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Digitale Kommunikation: Wenn der Dolmetscher eine Maschine ist

Übersetzungsprogramme überwinden Sprachbarrieren künftig in Echtzeit. Beste Voraussetzungen für reibungslose Kommunikation weltweit.

Wäre Arthur Dent auf seinen Reisen durch die unendlichen Weiten der Galaxien zufällig in der Nähe von Stuttgart gelandet, hätte er sich einfach seinen Babelfisch ins Ohr gesteckt und mit den Einheimischen problemlos auf Schwäbisch schwätza können. Natürlich nur in der Theorie. Denn Arthur Dent und der Universalübersetzer Babelfisch – ein Kleinstlebewesen, das sich von externen Gehirnwellen ernährt und deren Inhalt in Form telepathischer Energie direkt ins Gehirn des Trägers überträgt – sind Erfindungen von Douglas Adams. Die von ihm erdachten Erlebnisse der Protagonisten seiner Science-Fiction-Reihe „Per Anhalter durch die Galaxis“ machten den britischen Schriftsteller weltberühmt  – von der Zeitreise im Weltall bis eben hin zum Traum einer nahtlosen und selbstverständlichen, weil kinderleichten Kommunikation über alle Sprach- und Galaxiengrenzen hinweg.

„Wir werden künftig Interviews in Chinesisch und Deutsch führen können. Unser Smartphone wird das Gesagte dann in Echtzeit übersetzen. Bislang waren die Prozessoren für Künstliche Intelligenz nicht leistungsstark genug. Das ändert sich nun. Unser nächster Chip kann das alles leisten.“
Richard Yu, CEO der Huawei Consumer Business Group

Werden Wörterbücher überflüssig?

Was für Kultautor Adams noch reine Zukunftsmusik war, könnte bald Realität werden: Weltweit arbeiten Forscher aktuell daran, intelligente Übersetzungsprogramme zu entwickeln. Sie sollen helfen, Sprachbarrieren zu überwinden und Wörterbücher überflüssig machen und den Weg zu automatischen Übersetzungen in Echtzeit ebnen. Ob im lockeren Plausch in der Kaffeeküche oder bei einem offiziellen internationalen Video-Meeting über Zeitzonen und Kontinentalgrenzen hinweg: Ziel ist es, dass Menschen mühelos in ihrer jeweiligen Muttersprache kommunizieren können, ohne dass ein Dolmetscher hinzugezogen werden muss.

Maschinelle Übersetzung in Echtzeit

Erste Schritte in diese Richtung sind bereits getan. Maschinelle Übersetzer aus der Cloud übersetzen geschriebene Texte vielleicht noch nicht exakt in der Qualität, wie das ihre menschlichen Kollegen können – aber sie sind inzwischen bereits wesentlich schneller. Professionelle Übersetzer nutzen solche Services schon selbst und optimieren solche Basistexte dann unter stilistischen Gesichtspunkten – ein Beispiel für die gelungene Kooperation von Mensch und Maschine. Auch das gesprochene Wort können Computer-Programme mit gewissen Qualitätseinbußen im Handumdrehen übersetzen. Und das in fast jeder gewünschten Sprache. Schließlich gibt es schon heute drahtlose Ohrstecker, die sich mit dem Smartphone koppeln lassen und Gesagtes via über die Cloud mit minimaler Verzögerung übersetzen.

Verstehen Maschinen-Dolmetscher Ironie?

Haupthürde für künstliche Simultandolmetscher: Nicht so sehr die Notwendigkeit, sich die erforderlichen Sprachkenntnisse erst einmal anzueignen. Sondern in der Lage zu sein, gewisse Nuancen richtig zu interpretieren. Denn in jeder Sprache gibt es Wörter, die in unterschiedlichen Zusammenhängen auch ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Ein Bespiel: „Ich raste nach der Arbeit“ – je nach Betonung legt hier jemand nach dem Erledigen einer Aufgabe ein Päuschen ein. Oder er beeilte sich, nach Feierabend rasch etwa zu einer Verabredung zu kommen. Derartige Sprachkompetenzen zu entwickeln, ist für automatische Übersetzungsprogramme kein Kinderspiel. Vom Verständnis für ironischen Anspielungen oder Humor ganz zu schweigen.

Übersetzt die Maschine so gut wie ein Mensch?

Lange ging man deshalb davon aus, dass die Qualität maschineller Übersetzungen niemals an die Fähigkeiten menschlicher Dolmetscher heranreichen würde. Inzwischen weiß man es besser: Künstliche Intelligenz (KI), leistungsstarke Prozessoren und maschinelle Lernverfahren ermöglichen heute flüssige und natürlich klingende Übersetzungen per Knopfdruck. Erst kürzlich vermeldete ein Forscherteam bei Microsoft diesbezüglich einen Durchbruch: Das von ihnen entwickelte Übersetzungssystem überträgt demnach chinesische News ins Englische genauso akkurat wie menschliche Kollegen. Von dort zur maschinellen Simultanübersetzung ist es nur noch ein Katzensprung.

„Wir werden künftig solche Interviews in Chinesisch und Deutsch führen können. Unser Smartphone wird das Gesagte dann in Echtzeit übersetzen“, kündigte Richard Yu, CEO der Huawei Consumer Business Group, im September 2018 in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Die Welt“ an. „Bislang waren die Prozessoren für Künstliche Intelligenz nicht leistungsstark genug. Das ändert sich nun. Unser nächster Chip kann das alles leisten.“

Warum Huawei mit Microsoft zusammenarbeitet

Um die Ergebnisse hochwertiger maschineller Übersetzungen auch der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen, arbeitet Huawei eng mit Microsoft zusammen. Für die Flagschiff-Smartphones Huawei Mate 10 und Mate 10 Pro entwickelten beide Unternehmen gemeinsam eine exklusive Version der Microsoft Translator-App. Diese funktioniert auch offline und liefert 23 Prozent bessere Ergebnisse als andere Offline-Übersetzer. Und damit nicht genug: Das neue Huawei-Modell Mate 20 Pro zählt aktuell zu den schlauesten Smartphones der Welt. Und zwar nicht nur, weil es ebenfalls mit der „Microsoft Translator“-App ausgestattet ist. Sondern vor allem, weil es den Hochleistungsprozessor Kirin 980 samt dualer Neural Processing Unit (NPU) an Bord hat. Dieser sorgt für verbesserte Performance, Effizienz sowie Konnektivität und schafft damit die Grundlage, um Smartphones mithilfe Künstlicher Intelligenz unabhängig von Internetverbindungen noch smarter zu machen.

Schwäbisch wird zum Kinderspiel

Damit kommt Huawei dem Traum vom künstlichen Universalübersetzer ein ganzes Stück näher. Selbst Schwäbisch wäre dann nur noch ein Kinderspiel.

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