Digitale Infrastruktur

Wie sicher ist 5G?

HUAWEI

Wenn Milliarden von Geräten miteinander vernetzt sind und jeder ins Netz kann, muss ein maximal verlässliches Zusammenspiel aufgebaut werden, sagt Sebastian Piecha, Chief Security Officer bei HUAWEI Deutschland

Durch die voranschreitende Digitalisierung wächst der Datenverkehr weltweit täglich rasant an. Allein in den Mobilfunknetzen nahm das Datenvolumen laut Analysten innerhalb des vergangenen Jahres um 65 Prozent zu.

Zukünftig soll das softwarebasierte 5G den immensen Datentransport übernehmen und dafür sorgen, dass nicht nur der Industrie eine vernetzte Produktion ermöglicht wird, sondern auch, dass Menschen mit vernetzten Krankenwagen in Kliniken gefahren, Ressourcen durch Smart Metering geschont und Unfälle im Straßenverkehr vermieden werden.

Doch wie es bei der Einführung neuer Technologien immer schon üblich war, hängt die Wertschöpfung, die 5G in Deutschland erreichen könnte, vom Vertrauen in die Sicherheit des Supernetzes ab.

Mehr Sicherheitsmaßnahmenals beim Vorgänger

„5G wird mehr Sicherheitsmaßnahmen bieten als sein Vorgänger 4G“, sagt Sebastian Piecha, Chief Security Officer bei HUAWEI Deutschland. So soll eine gegenseitige Authentifizierung zwischen Anwender, Anbieter und Infrastruktur zum neuen Sicherheitsstandard gehören, eine technische Regelung, die bei WLAN fehlt und für mehrere Angriffe gesorgt hat. „Entscheidend ist vor allem auch der ‚Ende zu Ende‘-Sicherheitsansatz“, erklärt der Sicherheitsexperte von HUAWEI. „Das heißt, bereits vor der Entwicklung eines Produkts müssen die notwendigen Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden. Es hat keinen Sinn, im Nachhinein fehlende Sicherheits­stufen einzubauen“, so Piecha. Das wäre nicht nur zu teuer, sondern sorge auch für einen immensen Vertrauensverlust.

Dabei sind die Geschäftskonzepte von Netzbetreibern (Operator) und Aus­rüs­tern (Supplier) nicht darauf aufgebaut, mit den Daten von Kunden zu handeln, wie es in anderen internetgetriebenen Services der Fall ist. „Natürlich können Endgeräte auch Einfallstore für Schadprogramme sein, aber die große Sicherheitslücke beim Datenschutz stellen die Anwender selbst dar“, so Piecha.

Endverbraucher sind Risikogruppe

Während sich Unternehmenskunden in der Regel professionell mit Sicherheitsvorkehrungen auseinandersetzen würden, seien es vor allem die Privatnutzer, die bei der Inbetriebnahme von 5G mit einem Mehr an Endgeräten konfrontiert würden. „Allein schon die sichere Handhabung von Smart Home Services wird viele Endverbraucher im Bereich Sicherheit vor Hürden stellen. Um sie zu stärken, ist es dringend erforderlich, dass das Vermitteln von Kompetenzen im ­sicheren Umgang mit digitalen Technologien und deren Anwendung bereits in der Schule beginnt. Aber auch die Anbieter von internetbasierten Services sind gefordert, für Produktsicherheit einzustehen.“

Eine umfangreiche Forschung und Produktentwicklung unter höchsten Sicherheitsanforderungen, sichere Grundeinstellungen und regelmäßige Updates sind Grundvoraussetzungen dafür, dass 5G ein Erfolg wird. „5G basiert auf einer gut funktionierenden Ebene zwischen Operator, Serviceanbieter, Ausrüster und Nutzer gleichermaßen“, sagt Sebastian Piecha. „Es ist selbstverständlich, dass ein Betreiber seine Netze regelmäßig überprüft und kontrolliert, um recht­­zeitig reagieren zu können, wenn diese an ihre Leistungsgrenze ­stoßen. An Ausfällen ist einem Operator nicht gelegen. Das gilt auch für die ­Serviceanbieter und Netzausrüster.“

So würde HUAWEI weltweit mit mehr als 30 der wichtigsten internationalen Mobilfunkanbieter 5G gemeinsam an verschiedenen Standorten testen. „Hinzu kommt, dass wir unser Lab auch unseren Kunden zur Verfügung stellen, damit sie ihre Produkte unter Echt­bedingungen untersuchen können.“

Auch den transparenten und offenen Umgang mit möglichen Sicherheits­lücken stellt HUAWEI als besonders wichtig heraus. „Wer Innovationen vorantreiben will, muss sich das Vertrauen der Kunden erarbeiten. Sonst landet man schnell in einer Sackgasse“, sagt Sebastian Piecha. „Und 5G ist alles andere als ein Irrweg. Vielmehr wird 5G unsere bisherigen Datenautobahnen mit neuen Diensten revolutionieren.“

Dieser Artikel erschien im Einblick Politikbrief, Ausgabe 01/2018: Download Politikbrief 01/2018